Blasorchester Hochheim ehrt seine langjährigen und verdienten Mitglieder

Geehrte Mitglieder des Hochheimer Blasorchesters beim Neujahrsempfang im evangelischen Gemeindesaal.
Foto: Ulrich von Mengden

 

EMPFANG Blasorchester Hochheim ehrt seine langjährigen und verdienten Mitglieder / Mehr als 20 Jugendliche in Ausbildung dabei

HOCHHEIM (14.01.2013) - Die Instrumente durften die Mitglieder des Blasorchesters zu Hause lassen. Am Sonntag beim Neujahrsempfang im evangelischen Gemeindesaal sollte ausschließlich das eigene Vergnügen im Mittelpunkt stehen. 42 Mal im vergangenen Jahr hatten die knapp 50 Bläser, die im Orchester mitwirken, andere erfreut, wie der Vorsitzende Lothar Kaufmann in seiner Ansprache bilanzierte. Da hatten es sich die Hobbymusiker einmal verdient, nicht „arbeiten“ zu müssen.

Mehr als 20 Jugendliche

 

In einen lockeren Rahmen bei Häppchen und Sekt hieß es, das Jahr Revue passieren zu lassen und verdiente, langjährige Mitglieder zu ehren. Ein Riesenspektakel war 2012 das multimediale Konzert mit Filmklassikern, bei dem die Georg-Hofmann-Halle aus allen Nähten platzte. Dabei wurden auch 15 Nachwuchsmusiker ins große Orchester eingebaut. Die „Weiherfrösche“, wie das Nachwuchsensemble heißt, sind weiter aktiv und werden von Andreas Möller auf den großen Schritt ins Gesamtensemble vorbereitet. Zurzeit stehen über 20 Jugendliche in Ausbildung.

„Den Übergang ins Orchester zu schaffen, war damals schon unser Ziel“, erinnerte sich Klarinettistin Christine Hofmann im Gespräch mit dieser Zeitung. Hofmann wurde für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt. „Wir bleiben ein Orchester mit Hobby- und Freizeitmusikern, aber die Gemeinsamkeit die wir erleben, ist schon etwas Besonderes“, wies Christina Euller auf einen wichtigen Aspekt der Orchestermusik hin, die mit der Querflöte zu hören ist. Seit 15 Jahren ist sie schon dabei und findet bei ihren Altersgenossen viel Zustimmung, wenn sie sagt, dass das Blasorchester eine Heimat ist. „Gemeinsam musizieren ist etwas anderes, als über Facebook zu kommunizieren“, sind sich die Jungen einig.

Bei den älteren Mitgliedern sind die Anfangsjahre noch sehr präsent. Karl Euller, übrigens der Opa von Christina, wusste noch, wie es 1949 losging. Damals gründete sich auf Initiative der Hochheimer Arztfamilie Lembach ein Fanfarenzug, der im Kaiserhof bei seinem ersten Auftritt alle verblüffte. Im Verborgenen wurde geprobt und dann im Frühjahr 1950 das Weinfest bereichert, erzählt Karl Euller, der zu den Gründern gehört.

In der Küche von Johann Quink, dem bekannten Weingut, hätten sich die Musiker damals getroffen, kramt Herbert Gohres in seiner Erinnerung. „Wir konnten keine Noten“, grinst Fritz Weischenberg, der auch zu den sieben Veteranen zählt, die für 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurden. Machte aber in den Anfängen nichts, denn es wurde nach Zahlen gespielt, hieß es aus den Reihen der Altgedienten. Den Übergang zum Blasorchester machten dann die Mitglieder des anfänglichen Fanfaren- und Spielmannszuges nicht mehr mit, standen dem Verein aber immer mit Rat und Tat zur Seite.